Personalmanagement: Definition, Aufgaben und Strategie

Alexander Mazzara 7, Jul 2022 7 min
happy employed

Erfolgreiche Unternehmen agieren auf unterschiedlichen Sektoren ihres Geschäftsfelds sowohl strategisch orientiert als auch kreativ. Es ist das gewisse Etwas, das zum Erfolg führt. Ein gutes Produkt, eine herausragende Dienstleistung. Cleveres Marketing. Genügend Eigenkapital, umsichtige Führungskräfte. Der Wille und die Möglichkeiten, auch in Krisen durchzuhalten. Und ein gutes Personalmanagement. 

Die Schweiz ist ein unternehmerisch orientiertes Land, «Qualität Made in Switzerland» ein aussagekräftiges Branding. Eine Kennzahl des Schweizer Bundesamts für Statistik ist dabei spannend. Im Durchschnitt bestehen weniger als 50 Prozent der gegründeten Unternehmen länger als fünf Jahre. Ist diese Zeitspanne überwunden, stehen die Chancen für Firmen gut, sich dauerhaft am Markt zu etablieren.  

Nun gibt es durchaus verschiedene Gründe, weshalb Unternehmen ihre Ziele nicht erreichen. Nicht der unwichtigste dabei ist sicherlich das Personalmanagement. Diese so essenzielle Säule einer erfolgreichen Firmenkultur ist es wert, einmal näher beleuchtet zu werden. Deshalb beschäftigen wir uns in diesem Artikel genauer mit dem, was HR-Abteilungen täglich zu leisten haben. 

Was ist eigentlich Personalmanagement? 

Wer vermutet, dass das Personalmanagement mit der Vertragsunterschrift auf einem Arbeitsvertrag neuer Mitarbeiter:innen endet. Doch weit gefehlt: Ein gutes Personalmanagement geht über die Aufgaben von Neueinstellungen hinaus. Die Definition von Personalmanagement umfasst in der Grundsätzlichkeit: 

  • Personalplanung/Strategie 
  • Personalbeschaffung 
  • Personalverwaltung 
  • Personalentwicklung 
  • Personalführung 
  • Personalsteuerung 

Weitere Bezeichnungen für das Personalmanagement sind Personalwirtschaft, Personalwesen und Human Resource Management. Der Begriff «Human Resource» stand in den vergangenen Jahren immer wieder auf dem Prüfstand. Das Wesen des Personalmanagements hat sich verändert. Noch vor einigen Jahren war von «Humankapital» die Rede. Heute stehen die Bedeutung der einzelnen Mitarbeiter:innen und ihr Beitrag zum Unternehmenserfolg im Vordergrund. 

In der Praxis zeigt sich oft, dass kleinere Firmen gar keine Personalabteilungen haben. Einstellungen werden von den Abteilungen vorgenommen. Die Personalverantwortlichen von grossen oder schnell wachsenden Firmen sind dagegen nicht selten unter Dauerstress. Expansion oder neue Projekte erfordern straffes und flexibles Personalmanagement. Und oft sitzen die Zahlen im Nacken, schliesslich soll alles nicht zu teuer sein.  

Was sind Aufgaben des Personalmanagements? 

Recruitment Process

Mit der Definition des Personalmanagements stehen auch die Aufgaben fest. Als Teilbereich der Betriebswirtschaft ist aber besonders bei Personalfachkräften zusätzlich zum Know-how auch Fingerspitzengefühl gefragt. Welche Kandidat:innen könnten ins Unternehmen passen? Wie muss eine Stellenanzeige exakt formuliert werden, damit passende Bewerbungen ins Haus kommen? Wie können Konflikte gelöst, wie Erwartungen erfüllt werden?  

Das Personalmanagement ist in seinen täglichen Aufgaben auch geprägt von vorausschauender Planung. Skalierbare Prozesse und eine leistungsfähige IT unterstützen die Vielzahl von Aufgaben, die zu bewältigen sind. 

Welche Strategien für erfolgreiches Personalmanagement gibt es? 

Das Personalmanagement, vor allem von Global Players, wird nicht selten damit in Verbindung gebracht, früh seine Hebel anzusetzen. Bereits an Universitäten und Hochschulen werden Talente beobachtet und umworben. Fachkräftemangel ist hier das Stichwort und er macht natürlich auch vor der Schweiz nicht halt.  

Das Abwerben der High Potentials direkt vom Ausbildungs-Abschluss ins Unternehmen ist eine gängige Praxis. Gerade in so schwierigen Zeiten sind auch Re-Skilling-Projekte als mögliche Source von neuen Talenten ins Auge zu fassen. Einmal im Unternehmen angekommen, geht das Personalmanagement aber in die nächste Runde. Die strategische Ausrichtung ist entscheidend für den Unternehmenserfolg. Worauf also sollten Personalabteilungen ihr Augenmerk legen? Im Wesentlichen sind das die folgenden drei Punkte. 

Unternehmerische Ziele mit Mitarbeitererwartungen in Symbiose setzen 

Die Mitarbeiter:innen in Personalabteilungen bewältigen ganz verschiedene Gratwanderungen. Eine davon ist es, die Erwartungen und Ziele des Unternehmens mit den Wünschen der Mitarbeiter:innen zu vereinbaren.  

Da sind einerseits die Zahlen aus dem Controlling, die teils stringentes Vorgehen erfordern. Andererseits sind da die Expansionspläne – oder die Order der Unternehmensführung, Kosten zu sparen, wo immer es geht. Zudem gibt es eine Erwartungshaltung der Mitarbeiter:innen dem Unternehmen gegenüber. Und auch sie hat sich im Lauf der Zeit gewandelt. 

Vor nicht allzu langer Zeit standen Parameter wie Prestige und ein hohes Gehalt ganz oben auf der Liste. Dafür wurde gerne in Kauf genommen, dass Überstunden und durchgearbeitete Wochenenden mehr Usus als Ausnahme waren.  

Heute sind es vielmehr flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit auf Weiterbildung, die ausschlaggebend für ein Talent sind. Darauf müssen Personalabteilungen reagieren. Können Auslandsaufenthalte angeboten werden? Ist Homeoffice gewünscht und möglich? Kann ein Sabbatical genommen werden? Wie wird die Work-Life-Balance garantiert? Ist auch Remote-Work möglich? Wie steht es um Teilzeit-Lösungen oder gar Job-Sharing-Lösungen?

Zudem wissen Talente, was sie wert sind. Wer als Unternehmen das Gehalt zu niedrig ansetzt, wird es schnell nach oben korrigieren müssen. 

Mitarbeiterzufriedenheit schaffen, Fluktuation verhindern 

Team

Neben der Work-Life-Balance gibt es ein neues Stichwort, das das Personalmanagement nachhaltig beeinflusst. Work-Life-Blending beschreibt die Vereinbarkeit und das Zusammenfliessen von Arbeit und Privatleben zugunsten der Lebensqualität und Motivation. Dieser Mega-Trend zeigt ganz offensiv den Wandel der Zeit, auf den Personalabteilungen flexibel und innovativ reagieren müssen. 

Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbildung gehen dabei eng Hand in Hand. Massnahmen wie Entwicklung und Förderung, eine ausgewogene Work-Life-Balance und ein gesundes Arbeitsklima tragen viel dazu bei. Folgende Fragen stellen sich Talents: 

  • Gibt es Möglichkeiten zur Beförderung? 
  • Gibt es eine gesunde Feedback-Kultur im Unternehmen? 
  • Dürfen Mitarbeiter:innen auf ein Weiterbildungs-Budget zurückgreifen? 
  • Sind Ziele klar definiert, steht ein unmittelbarer Ansprechpartner zur Verfügung? 
  • Sind flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice möglich? 
  • Gibt es Unterstützung bei der Kinderbetreuung? 
  • Sind Extra- beziehungsweise Bonuszahlungen vorgesehen? 
  • Ist das Arbeitsklima geprägt von Offenheit und Transparenz? 
  • Wird ein kooperativer Umgang gepflegt? 
  • Ist die Arbeitsumgebung modern und effizient ausgestattet? 

Diese und viele weitere Möglichkeiten stehen im Personalmanagement zur Verfügung, um Mitarbeiter:innen langfristig zu binden. Hier sind Personalfachkräfte das Bindeglied zwischen Unternehmensführung und Mitarbeiter:innen. Als Ansprechpartner für beide Seiten ist so eine essenzielle Funktion des Personalwesens erfüllt. 

Kosten reduzieren, Wettbewerbsfähigkeit sichern, Nachhaltigkeit fokussieren 

Eng mit dem vorhergehenden Punkt sind die Kostenreduktion und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit verbunden. Denn das eine bedingt das andere. Sind Mitarbeiter:innen zufrieden, bleiben sie länger im Unternehmen und schauen sich nicht nach Alternativen um.  

Wer als Unternehmer einmal die Kosten einer Einstellung vom Erkennen des Bedarfs bis zur Vertragsunterschrift berechnet, kennt die Zahlen. Mitarbeiterbindung und Kostenreduktion sind untrennbar miteinander verbunden.  

Ein wesentlicher Punkt kommt dabei der Transparenz bei der Einstellung oder sogar schon bei der Formulierung der Stellenanzeige zu. Je genauer der Bedarf definiert und je offener kommuniziert wird, desto besser sind die Chancen für eine langfristige Bindung. 

Personalmanagement mit Lionstep: Vorteile nutzen 

Wer als Personalabteilung mit Lionstep kooperiert, kann verschiedene Vorteile nutzen. Dazu gehört zum Beispiel unsere hauseigene Technologie-Plattform mit einem Pool verfügbarer Talente und Suchoptimierungen für Ihre Führungspositionen und Ihren Personalbedarf.  

Oft sind es Teilauslagerungen der Prozesse, die HR-Abteilungen entlasten. Zumeist ist es eine Kostenfrage, die dazu führt, dass unsere datengestützten Analysen dazu genutzt werden, Einstellungsprozesse signifikant zu verkürzen.  

Lionstep arbeitet seit 2016 mit Innovation und Inspiration daran, das Personalmanagement grosser und mittelständischer Unternehmen zu unterstützen. Auch Start-ups verlassen sich regelmässig auf unser Know-how.  

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