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“Die klassische Einweg-Kommunikation hat im digitalen Wandel längst ausgedient.”

Wie wichtig ist mir …? Marietta Hersche – Head Marketing und Kommunikation bei der Livit AG erzählt

Dass die richtige Kommunikation jedes Thema zum Blickfang machen kann hat Marietta Hersche bei der Livit AG schon längst bewiesen. Nun erzählt sie uns, wie wichtig ihr Intuition, Soft-Skills und die interne Kommunikation mit potentiellen und bestehenden Mitarbeitern ist, und was diese bewegen kann. 

Wie wichtig ist dir Intuition beim ersten Kandidaten-Interview?

Wir Menschen hätten ja grundsätzlich fünf Sinne die uns helfen, Entscheidungen richtig zu treffen. Intuitiv nehmen wir via Körpersprache unterschiedliche Signale wahr, die oft nicht rationell erklärbar sind. Daher sollten wir unsere Sinne ganz gezielt nutzen. Viel zu oft entscheiden wir rein faktenbasiert. Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn ich mich nicht auf meine Intuition beim ersten Gespräch verlassen habe, die Entscheidung meist falsch war. Selten hat mich jedoch meine Intuition getäuscht und fehlgeleitet.

Wie wichtig ist dir zu verstehen, wie dein Team in puncto Softskills aufgestellt ist?

“Hire the smile and train the skills”. Dieses Zitat habe ich vor langer Zeit irgendwo aufgeschnappt und nach diesem Motto wähle ich meine Mitarbeitenden aus.

Eine solide fachliche Ausbildung ist Voraussetzung, aber Softskills sind zentral.

Ohne Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Selbstreflexion, Motivation, Kritikfähigkeit etc. kann ein Team unmöglich Bestleistungen erbringen und Spass an der gemeinsamen Arbeit haben. In der heutigen Zeit, in welcher vernetztes Zusammenarbeiten immer zentraler wird, reichen Hardskills bei weitem nicht mehr aus.

 Wie wichtig ist die richtige interne Kommunikation im digitalen Wandel?

Der digitale Wandel ist ein hochsensibler Prozess der leider nicht nur Chancen sondern auch Risiken mit sich bringt. Veränderungen hat es immer gegeben, aber heute kommt dem Faktor Zeit eine gewichtige Rolle zu. Was heute noch Gültigkeit hat, ist bereits morgen Schnee von gestern. Strategien, Visionen, Geschäftsmodelle, Prozessabläufe, Organisationsstrukturen und Kooperationen: alles verändert sich. Die Kommunikation ist dabei substanziell, denn sie muss den digitalen Wandel aktiv begleiten.

Es gilt Ängste abzubauen und Orientierung zu geben über die bevorstehenden Veränderungen, das Tempo und die Zukunft. Es gilt nicht nur über die digitale Infrastruktur und Veränderung zu informieren, sondern das Bewusstsein und die Bereitschaft für Veränderung bei den Mitarbeitenden zu schaffen. Nur wenn die Mitarbeitenden für den Wandel Bereitschaft zeigen, gelingt dieser.

Zudem verändert sich mit der Digitalisierung die bestehende Kultur eines Unternehmens: Agiles Projektmanagement, interdisziplinäre Teams, weniger Hierarchie, mehr Selbstverantwortung, digitales Leadership – um hier einige Aspekte zu nennen. Das bedeutet, dass die veränderte Kultur mit entsprechender Kommunikation neu verankert und erlebbar gemacht werden muss.

Die zentralen Aufgaben der Kommunikation sind daher die digitale Transformation zu unterstützen, für Transparenz und Orientierung zu sorgen, Ängste und Vorbehalte aufzulösen, Menschen zu befähigen und eine neue Kultur zu verankern.

Die klassische Einweg-Kommunikation hat im digitalen Wandel längst ausgedient. Stattdessen ist der aktive Dialog mit den Mitarbeitenden anzustreben. Mit sozialer Interaktion sollen Mitarbeitende mit auf die digitale Reise eingeladen werden. Durch Verständnis, Information, Sicherheit und Aufklärung via Kommunikation soll der Wandel in eine erfolgreiche digitale Zukunft gelingen.

Author Claudia Winkler

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